Barrierefreies Graz?

Habt ihr schon mal über die Höhe von Bordsteinkanten nachgedacht? Läuft man auf zwei Beinen durch die Gegend, fällt einem meist gar nicht auf wie viele Stufen man an einem Tag so auf- und absteigt. Ist man jedoch auf zwei Rädern unterwegs, stellen all diese Ecken und Kanten einen manchmal vor echte Herausforderungen. Da ist der Gehsteig auf der gegenüberliegenden Seite nicht abgeflacht, die Stufe zum Lieblingsklamottenladen zu hoch oder der Weg zum Lieblingsrestaurant nur grob gepflastert und mit einem Rollstuhl kaum erreichbar.

Kira Grünberg: Stargast beim 13. Human Rights Festival

Kira Grünberg, die im Rollstuhl sitzende, ehemalige Stabhochspringerin, kennt diese kleinen Herausforderungen wahrscheinlich mittlerweile viel zu gut. Ihr baldiger Besuch beim 13. Human Rights Festival in Graz gibt Anlass, einmal über die Barrierefreiheit in Graz nachzudenken und bei einer Rollifahrerin nachzufragen, wie sie zu diesem Thema steht.

http://www.argejugend.at/projekte/human-rights-festival/

Brianna ist 15 Jahre alt und mit ihrem Rolli fast schneller als der Wind. Ist sie in der Grazer Innenstadt unterwegs, gestaltet sich das für sie jedoch oft schwieriger und vor allem anstrengender als für einen Menschen der nicht auf den Rollstuhl angewiesen ist. Im Interview sagt Brianna, dass es in Graz schon viele tolle Orte gibt, die perfekt barrierefrei seien und vor allem bei neueren Gebäuden gebe es selten Probleme. Will man jedoch zum Beispiel in der Sporgasse ein Eis essen, ist das mit dem Rollstuhl fast unmöglich. Auf dem Kopfsteinpflaster kann man nicht fahren, und die asphaltierten Gehwege an den Seiten sind zu schmal. Generell, sagt sie, würde sie sich wünschen, dass die Bordsteinkanten besser abgeflacht würden und es mehr barrierefreie Geschäftseingänge in der Innenstadt geben sollte. Hier ist Graz, ihrer Meinung nach, noch nicht auf dem modernsten Stand. In Barcelona beispielsweise wäre ihr das Rollstuhlfahren sehr viel einfacher gefallen.

Graz bietet viel Hilfreiches für RollstuhlfahrerInnen

Doch man sollte nicht nur schimpfen. Obwohl man an vielen Ecken in Graz mit dem Rollstuhl ansteht, gibt es in und um Graz aber auch hilfreiche Möglichkeiten für RollstuhlfahrerInnen, um so richtig auf ihre Kosten zu kommen. Eigene Stadtpläne mit Routen für RollstuhlfahrerInnen, diverse Sportangebote wie Basketball, Yoga oder Tanzen, barrierefreie Straßenbahnen und Busse und nicht zuletzt der 3,4 km lange barrierefreie Wanderweg am Grazer Hausberg, dem Schöckl. Für mehr Infos, klickt euch doch einfach mal durch die Links ganz unten.

Bordsteinkanten hin oder her, man kann oder sollte sich also ruhig auch als FußgängerIn mal vor hohen Stufen und Unebenheiten ein bisschen umsehen und anstatt nur blöd zu schauen, den RollstuhlfahrerInnen einfach Hilfe anbieten. Mit dieser Einstellung und vielen weiteren tollen Projekten und Gebäuden steht einem barrierefreien Graz nichts mehr im Wege!

Romana Lührmann (freie Mitarbeiterin unseres ARGE-Social-Media-Teams)

Der Grazer Schöckl

Barrierefreie Maßnahmen in Graz

Barrierefreier Stadtplan Graz

http://www.stbsv.at/index.php/sportvereine/21-grazer-versehrtensportclub

https://entfesselt-im-rollstuhl.com/tipps/

http://www.connydado.at/de/kursprogramm/kurse/tanzen-ohne-grenzen/

https://www.graztourismus.at/1_graz/6_gut-zu-wissen/pdf/barrierefrei/diverses-barrierefrei/barrierefreie-plan-rolliroute-2012.pdf

http://www.holding-graz.at/freizeit/schoeckl/sport-freizeit/wege-fuer-alle.html



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