Nicht wegschauen! – Zivilcourage

Nicht wegschauen! – Zivilcourage

Was tust du, wenn ein Kind im Park angeschrien und geohrfeigt wird? Wie reagierst du, wenn eine Frau auf der Straße sexuell belästigt wird? Wie ist deine Reaktion, wenn ein junger Mann in der Straßenbahn rassistisch behandelt wird?

Du willst aufspringen, aufschreien, beruhigen. Du willst deeskalieren, für Gerechtigkeit einschreiten, die Betroffenen verteidigen. Du willst was sagen, den Mund aufmachen, deine Werte vertreten. Aber wie? Dann bist du doch lieber leise, schaust weg und gehst schnell weiter.

Situationen, in denen wir Zivilcourage zeigen müssen, kennen wir alle. Unter Zivilcourage wird das Sich-Stark machen für eine Person, deren persönliche Integrität angegriffen wird, verstanden. Eingreifen statt wegsehen! Zivilcourage umfasst auch das Eintreten für gesellschaftliche und ethische Werte und Normen. Dafür braucht es Mut! Genau dieser Mut ist äußert wichtig in unserer Gesellschaft. Besonders für Betroffenen kann es wertvoll sein, wenn sie merken, dass sie nicht alleine sind und dass Menschen nicht einfach nur wegsehen.

Das Thema Zivilcourage gesellschaftlich aufzugreifen und darüber zu diskutieren, ist essentiell, um den Mut, sich für andere einzusetzen, in der Gesellschaft wachsen zu lassen. Nur wenn wir dieses Thema aufs Parkett bringen, uns selbst und andere immer wieder daran erinnern, wie wichtig Zivilcourage ist, können wir als Gesellschaft den Mut aufbringen uns für andere stark zu machen.

 

© ARGE Jugend: InterACT Ensemble, Zusammensetzung. Mit Abstimmung

Eine Studie des Austrian Institute of Technology zeigte 2019, dass in Notlagen nur wenige ÖsterreicherInnen eingreifen. Im Experiment beschimpften sich zwei Frauen und eine drohte der anderen – für die Umstehenden klar hörbar – Gewalt an. Dem Opfer zur Hilfe kamen jedoch nur zwei von 159 ZeugInnen, wie der Kurier berichtete. Warum Menschen häufig nicht den Schritt des Einmischens wagen, hat unterschiedliche Gründe. Da es gesellschaftlich nicht erwünscht ist, sich in die Privatsphäre einzumischen, zögern viele. Dass Gewalt und Gewaltandrohungen jedoch nicht Privatsache sind, vergessen viele. Vor allem wenn viele Menschen vor Ort sind, sinkt das Verantwortungsgefühl der einzelnen Person, sich einzusetzen.

Ein Aufruf an Zivilcourage ist für uns alle wichtig! Den TäterInnen zu zeigen, dass ihr Verhalten nicht angebracht ist und Opfern ein Gefühl der Solidarität zu vermitteln, kann uns helfen einen Schritt in Richtung gerechtere Gesellschaft zu tätigen.

 

© ARGE Jugend: InterACT Ensemble, Zusammensetzung. Mit Abstimmung

Theater bietet eine Plattform das Thema aufzugreifen und für ein breites Publikum aufzuarbeiten. Was sind unsere Handlungsspielräume? Wie haben wir bereits in der Vergangenheit reagiert und wie würden wir auf solche Situationen gerne reagieren? Diese und weitere Fragen beleuchtete das InterACT-Ensemble rund um das Thema Zivilcourage im Straßenlabor „Zusammensetzung mit Abstimmung“ im Volksgarten. Bei angeregten Diskussionen wurden Szenen des „Sich-Einsetzen für andere“ nachgespielt und verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Das Publikum hatte die Möglichkeit mitzureden, mitzugestalten und persönliche Erlebnisse auszutauschen. Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus konnte sich mit Expertise in die Diskussionen einbringen und durfte somit Teil dieses spannenden Theaterprojekts sein.

Hier haben wir einen kleinen Videomitschnitt für euch: Nicht wegschauen – Zivilcourage gefragt!

Bei Interesse an Seminaren, Vorträgen oder Workshops zum Thema Zivilcourage bietet die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus gerne weitere Informationen:

Alina Lückl, MA
ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus
Mobil: 0664/18 51 278
E-Mail:
alina.lueckl@argejugend.at

 

Quellen: Schwarz (2019): https://kurier.at/chronik/oesterreich/oesterreicher-haben-angst-vor-der-eigenen-courage/400390022.

Weitere Infos zu InterACT: https://www.interact-online.org/



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