Aufstehen, einstehen und kämpfen für demokratische Rechte! Wir erinnern an den Februar 1934

Zum 80. Mal jähren sich nun die blutigen Tage des Bürgerkriegs im Februar 1934. Österreicher kämpften gegen ihre eigenen Landsleute, um sich für Freiheit sowie demokratische Rechte einzusetzen. Diese historischen Ereignisse dienten der überparteilichen ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus als Anlass, mit verschiedensten Aktivitäten für und mit Jugendlichen an die Februarkämpfer und deren HelferInnen, die sich für Demokratie und Freiheit einsetzen, zu gedenken. Neben der Spurensuche im Zeichen des Jahres 1934 in Bruck an der Mur und Graz Eggenberg fand am 08.02. eine intergenerative Wanderung auf den Fluchtweg von Koloman Wallisch und seinen Mitkämpfern zum Hochanger statt.

Wie vor 80 Jahren: Spuren im Schnee
Der Aktivist Koloman Wallisch floh mit weiteren Anhängern des Schutzbundes über den Utschgraben und den Eisenpass zum Hochanger. Von dort führte ihn der Fluchtweg weiter bis nach Ardning im Bezirk Liezen, wo er verraten, ausgeliefert und am 19.02.1934 zum Tode verurteilt und standrechtlich hingerichtet wurde. Mit einer Wanderung auf den tiefwinterlichen Hochanger über den sogenannten Koloman-Wallisch-Gedenkweg erinnerten 14 Persönlichkeiten aus Bruck an der Mur, Graz, Kapfenberg, Leoben und Trofaiach an den Widerstand für die Demokratie.


Die letzten Meter bis zum Schutzhaus vom Hochanger

Gedenktafel des Koloman-Wallisch-Fluchtweges auf den Hochanger

 

 

Schussgefechte und tote ZivilistInnen: Schauplätze in Bruck an der Mur und in Graz Eggenberg
Historischen Ereignissen in der Bildungsarbeit zu gedenken, ist essentiell für die Bewusstseinsbildung von Jugendlichen. Dabei ist es von großer Bedeutung, den Jugendlichen einen erklärenden Zugang zur Geschichte zu vermitteln. SchülerInnen der BHAK Mürzzuschlag und des BG/BRG Bruck an der Mur begaben sich auf Spurensuche zu den Schauplätzen der Februarkämpfe in Bruck an der Mur, Jugendliche aus dem BG/BRG Oeversee und der HLW Schrödinger erkundeten die Kampfplätze in Graz Eggenberg. Dabei beschäftigten sich die jungen Menschen nicht nur mit den historischen Fakten, sondern zogen angesichts vieler aktueller Menschenrechtsverletzungen, Wirtschaftskrisen, Geschichten von Folter, Flucht und Vertreibung den Konnex ins Jahr 2014. Die Jugendlichen brachten einige Aspekte zu derzeitigen Krisenherden in Europa ein und legten ihren Blick auch auf weltweite politische Gewaltexzesse. Mit großer Besorgnis blicken die jungen Menschen auf die europaweit steigende Jugendarbeitslosigkeit sowie die damit verbundene Verschärfung der prekären Lebensverhältnisse.

StudentInnen der Montanuniversität Leoben sowie ein Jugendlicher des Gedenkdienst Graz beschäftigten sich darüber hinaus gemeinsam mit ExpertInnen mit dem Feber ’34 im Rahmen eines Generationendialogs im Stadtmuseum Bruck an der Mur. Die Clips, welche mit freundlicher Genehmigung der ÖGPB produziert wurden, sind unter folgendem Link abrufbar: http://www.generationendialog-steiermark.at/themen/erinnerungskultur-zum-feber-1934/

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Am Schauplatz des ersten toten Schutzbündlers
Sepp Linhart beim Gendarmerieposten Bruck/Mur



In den Industriegebäuden der Wagner-Biro-Straße
versammelten sich die Schutzbündler

Damit wurde eines der zentralen Ziele jugendbezogener Erinnerungs- und Gedenkprojekte erreicht, nämlich die Entwicklung eines geschärften Urteilsvermögens, um auftauchende bzw. bereits vorhandene Parallelen zu den historischen Ereignissen einzuschätzen und beurteilen zu können.

Im Namen aller MitveranstalterInnen dürfen wir Sie anlässlich des Gedenkjahres zum Februar 1934/2014 herzlich zum ARGE-Facebook-Thementag (https://facebook.com/argejugend) am 12.02.2014 von 9.00-14.00 Uhr einladen. Dieser wird sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Warum erinnern wir heute noch an 1934? Wie wichtig ist Zivilcourage als Beitrag zur Sicherung von Frieden und Demokratie?

Des Weiteren findet am 20.03.2014 um 18.30 Uhr im Stadtmuseum Bruck an der Mur eine Dialogveranstaltung zum Thema „Wozu an 1934 erinnern?“ statt. Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus geht dabei der Frage noch, ob zeitgeschichtliche Erinnerungsarbeit ein Mittel für zukunftsbezogene Demokratiebildung ist. Für die Anmeldung und nähere Informationen stehen wir selbstverständlich telefonisch unter 03862/57380 oder per Mail (martina.mauthner@argejugend.at oder bettina.renzler@argejugend.at) zur Verfügung.

M.M.
B.Re.

Blättern Sie hier in unserem Fotoalbum “80 Jahre 1934″…

Ein besonderer Dank gilt unseren FördergeberInnen, dem Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Faschist/inn/en sowie dem Stadtmuseum Bruck an der Mur!