Streiten, aber bitte „g’scheit“! Und bitte alle Vorurteile ablegen!

Das ist ein Wunsch, den viele Eltern und Lehrer hegen. Und dann zum Hörer greifen und bei der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus einen Workshop buchen.

„Ja, bei uns gibt es einen Anlassfall, bitte machen Sie gleich das Thema Mobbing mit“. Oder „Die Klasse ist eh ganz toll im Umgang miteinander, kann aber sicher noch was lernen.“

Foto: Pixabay

So oder so ist der Bedarf bei den Heranwachsenden da: Soziale Kompetenz ist gefragt, Konfliktfähigkeit auch. Mobbing-Prävention sowieso. Die Abartigkeiten durch die mediale Möglichkeit steigen. Das Tabu-Klebepflaster am Mund ist geblieben. Und die stille Not wird lange nicht erkannt. Bis man das Pflaster abzieht. Autsch! Aber auch Erleichterung.

Nun heißt es, in wenigen Schuleinheiten einen Impuls zu geben, um die Kids zum Denken – und vor allem (Ein-)Fühlen zu bringen. Wie kann das gelingen?

Mit interaktiven Aufgaben, Rollenspielen und kompaktem Wissensinput.

Was ist ein Konflikt – und wie streite ich persönlich? Wann ist Mobbing eigentlich wirklich Mobbing? Und was bitte ist ein Stereotyp?

Foto: Privat, Workshop „Konflikt&Mobbing“

In meinen Workshops werden kreative Radio-Interviews geführt, Selbst- und Fremdbild eingeschätzt bzw. diskutiert und Komplimente-Feedbackrunden kultiviert. Da gibt es überraschende Völkerverständigungen und gelöste Mobbing-Dramen im Rollenspiel. Und gerne werden auch Papier-Superhelden-Mäntel mit persönlichen Stärken gestaltet.

Ja, und wenn die Tafel beschmiert wird, dann bunt und möglichst nachvollziehbar, bildhaft und griffig. Ein bisschen Zuhören müssen sie dann doch, die Schüler. Leider. Aber bitte nur kurz.

Denn nur dort, wo Menschen ins Erleben kommen, sind Aha-Momente möglich. Und wo sie sich darauf einlassen, auch etwas über sich selbst zu erfahren. Denn nur wer sich selbst gut wahrnimmt, kann auch andere wahrnehmen. Viele kennen sich selbst kaum, können eigene Wünsche und Bedürfnisse nicht äußern. Und nehmen sich dann gewaltsam, was sie meinen zu brauchen.

Foto: Privat, Workshop „Gewaltige Vorurteile“

Die Auseinandersetzung mit Konflikten in der Klassengemeinschaft kann sehr viel Mut brauchen, vor allem, wenn bereits Kränkungen geschehen sind. Im Rahmen eines Workshops ist daher auch eine achtsame Begleitung wichtig, um das Wohlfühlen sicherzustellen.

Foto: Pixabay

Bestenfalls kommt es zu Entschuldigungen und Richtigstellungen, und fast meint man, die Last abfallen hören zu können. Und man kann noch was hören und sehen: Wie die jungen Menschen einen weiteren Millimeter an Selbstachtung und gegenseitiger Wertschätzung wachsen.

Neben all dem bewegten Spaß und den spannenden Diskussionen in der Gemeinschaft sind das für mich wohl die schönsten Momente.

 

Mag. Dr. Annette Wallisch-Tomasch

Klinische und Gesundheitspsychologin – Für Große und Kleine da!

kontakt@wallisch-tomasch.atwww.wallisch-tomasch.at



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