Auf und davon

There goes a girl with bigger dreams and purple hair

And tears to sky flies with a plane into nowhere

So beginnt der eingängige Ohrwurm-Hit des österreich-isländischen Musikers Thorsteinn Einarsson, der uns am 13. Human Rights Festival die Ohren versüßen wird. Der junge Musiker greift mit seinem Song ein Thema auf, das schon oft Vorlage für Musiker war und vor allem für junge Leute so aktuell wie nie zuvor ist: mit dem Flugzeug auf ins Nirgendwo und Überall.

Wir leben in einer Zeit in der Auslandsemester und Gap-Year schon lang keine unbekannten Begriffe mehr sind und es mehr Möglichkeiten als Finger an den Händen gibt, um im Ausland zu studieren, zu arbeiten oder einfach ein bisschen in andere Kulturen zu schnuppern. Trotzdem ist es genau jetzt wichtig, über das Reisen und Fortgehen von zu Hause zu singen und zu schreiben. Lebt man einmal eine Zeit lang in einem fremden Land, peppt das nicht nur den Lebenslauf gewaltig auf, sondern konfrontiert einen auch mit allen Schwierigkeiten und Schönheiten der oft so anderen Kultur.

Genau wie Leya, in Einarssons gleichnamigen Lied, habe auch ich mich vor nicht allzu langer Zeit in a plane into nowhere gesetzt und sechs Monate lang als Freiwillige in einer Schule in Indonesien beim Englischunterricht geholfen. Erst jetzt, wo ich, vollbepackt mit tollen Erinnerungen und Erlebnissen, wieder zu Hause in meinem Alltag angekommen bin, sehe ich, wie sehr interkultureller Austausch einem das Herz und Hirn öffnet und wie dringend ich jedem und jeder empfehlen würde, sich auch auf die Reise zu anderen Orten und zu einem selbst zu machen.

Wir sind in der privilegierten Lage, Reisen als Abenteuer, Bereicherung oder wohlverdienten Urlaub zu empfinden. Viele Menschen auf dieser Welt müssen zurzeit aber gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen und sich einer neuen Kultur anpassen. Erst wenn man einmal gespürt hat, wie es ist, wenn einen niemanden versteht und seine eigenen Überzeugungen und Werte auf einmal auf dem Kopf stehen, würde niemand mehr Zäune aufstellen oder Angst und Hass vor anderen Kulturen schüren. Leider geht das Denken in unserem Land gerade in eine ganz andere Richtung. Die allgemeine Angst vor kulturellem Austausch und Diversität bereiten mir und sicher vielen anderen starkes Kopfzerbrechen.

Ich bin mir sicher, wir haben alle ein bisschen Leya und sehr viele bigger dreams in uns und müssen einfach mal über unseren eigenen Schatten springen und es wagen, in andere Kulturen und Bräuche zu stürzen, ganz egal wie weit diese auch von unserer Heimat entfernt sein mögen. Ich versichere euch, man kann nur gewinnen!

Für alle, deren Reiselust jetzt geweckt ist, die Eltern aber noch nicht ganz von der Idee überzeugt sind, hier ein paar weiterführende Links zu tollen Organisationen und Projekten. Dazu gibt’s noch musikalische Untermalung für die Träume vom Ausland.

https://www.logo.at/jugendinfo/einfach-weg

http://www.grenzenlos.or.at

http://www.volunteering.at

https://www.youtube.com/watch?v=5yXQJBU8A28

https://www.youtube.com/watch?v=oAYiuFBqyLE

Romana Luehrmann

Romana Lührmann, geb. am 13.10.1996, studiert derzeit Germanistik an der KF-Uni in Graz. Am liebsten ist sie auf Reisen, dabei dürfen aber auf keinen Fall ihre Gitarre und die Sportschuhe fehlen. 



2 Antworten auf Auf und davon

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