Vom Zeitzeugendialog zur digitalen Gedenklandkarte

Gedenklandkarte Steiermark: Unsere Erinnerungsarbeit geht mit der Zeit, erobert das Internet und social media. Voraussetzung dazu ist freilich die „reale Gedenkarbeit“ zum Zeitraum 1933 bis 1945 vor Ort in den steirischen Schulen und Gemeinden, die wir seit rund zwei Jahrzehnten mit viel Engagement betreiben. Zuerst waren es unvergessliche Gespräche mit Zeitzeugen, die Peter Scheibengraf und Helmut Konrad mit Maria Cäsar begannen. Daraus entwickelten sich ambitionierte zeitgeschichtliche Gemeinde- und Schulprojekte wie etwa „Todesmarsch Eisenstraße 1945“ oder „Der Koffer der Adele Kurzweil“. Die DVD-Reihe „Jugendliche im Dialog mit Zeitzeugen…“ diente der Sicherung eines Teiles des steirischen Zeitzeugenschatzes, was ab 2013 zur Internetplattform www.generationendialog-steiermark.at ausgebaut wurde.

Das Projekt „Gedenklandkarte Steiermark“ verzeichnet auf einer digitalen und auf einer papierenen Landkarte die entstandenen Mahnmäler und Gedenkzeichen an die Opfer des Faschismus in unserem Land und möchte diese Gedenkkultur als loses steirisches Netzwerk ins Bild setzen. Das Ziel besteht darin, an Demokratie- und Menschenrechtsbildung sowie an einer neuen Erinnerungskultur interessierte Menschen aus ganz Europa zu uns in die Steiermark zu bringen und dazu die ambitionierte Erinnerungskultur an die Opfer des Faschismus auf einen Blick sichtbar zu machen. Dies ist freilich nur möglich, weil wir seit Beginn an die Zusammenarbeit mit unseren regionalen Projektpartnern gepflogen haben, woraus sehr tragfähige Kooperationen und Freundschaften entstanden sind.

Gedenkarbeit: Starke regionale Partner gefragt

Stets haben wir Gedenkprojekte mit sehr engagierten Freunden vor Ort initiiert, geplant und umgesetzt, den parteiübergreifenden Konsens mit Geduld verhandelt, Zeitzeugengespräche geführt, Archivrecherchen betrieben, die Jugend einbezogen, Geschichtswerkstätten durchgeführt und zahlreiche Publikationen – ebenfalls als Kooperationsprojekte – veröffentlicht. Wir nahmen uns mit den regionalen PartnerInnen stets jene Zeit, die sensible Vorhaben eben brauchen, knallten den BürgerInnen nie ein Gedenkprojekt vor den sprichwörtlichen Latz! Wo all das gelungen ist, standen PolitikerInnen und Regionalmedien den Projekten aufgeschlossen gegenüber, entwickelten ihre Kultur der intergenerativen Bürgerbeteiligung am gelungenen Modellprojekt weiter. Die „Früchte dieser Arbeit“ gedeihen bestens: Immer öfter begegnen wir mittlerweile erwachsenen Jugendlichen, die uns mit leuchtenden Augen auf diese Erinnerungsarbeit ansprechen, die mit Stolz von ihren Beiträgen berichten, die über diese Themen schriftliche Arbeiten verfasst haben und sich in ihrer Berufswahl davon leiten ließen. Zeitgeschichtliche Erinnerungsarbeit, verstanden als dialogisches Medium einer zukunftsbezogenen Demokratie- und Menschenrechtsbildung, genießt seit rund einem Vierteljahrhundert offenkundig eine ungebrochene Konjunktur in Schulen, Jugendeinrichtungen und Gemeinden. Wir werden diese Arbeit im intergenerativen Gespräch fortsetzen. Christian Ehetreiber



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