Zwei Auszeichnungen für sein Leben und Wirken

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Der Koffer der Adele Kurzweil und „Todesmarsch Eisenstraße“

„Der Koffer der Adele Kurzweil“, die im KZ Auschwitz tödlich endende Fluchtgeschichte des Grazer Mädchens Adele Kurzweil und ihrer Familie vor den Nazis, und das Erinnerungsprojekt „Todesmarsch Eisenstraße 1945“ markieren paradigmatisch eine gänzlich neue Erinnerungs- und Gedenkkultur in unserem Lande. Ausgehend von der zeitgeschichtlichen Expertise rücken die „ausgeblendeten Themen“ in Form von  Geschichtswerkstätten, Quellenrecherchen vor Ort und intergenerativen Dialogen ins öffentliche Bewusstsein, um ein differenziertes Verständnis von „politischem Handeln unter Nutzung der Zeitgeschichte“ zu erzeugen. Beide Erinnerungsprojekte verbinden den Verein CLIO mit unserer ARGE Jugend und mit mittlerweile erfreulich vielen Mitwirkenden an der Etablierung dieser neuen Form des „partizipativen Erinnerns und Gedenkens.“ Den roten Faden durch alle Kooperationsprojekte zwischen CLIO und der ARGE Jugend bildet ein universelles Überlebensthema der Menschheit: das „menschliche Handeln unter Zwangsbedingungen“, dargestellt in Form eines in Graustufen zu denkenden Kontinuums zwischen „konformistischem Mitmachen“ versus „Zivilcourage und Widerstand“, entfaltet in der diskursiven Verschränkung von „Persönlichkeit und Gesellschaft“.

Heimo Halbrainer und Oberst Oswald

Heimo: ein „Solitär“ der Zeitgeschichtsforschung

Werner Anzenberger, Mitherausgeber des Buches „Die Eisenstraße 1938-1945“, sagte zu mir im Rahmen der Preisverleihung im Weißen Saal der Grazer Burg: „Mit dieser Auszeichnung sind unsere Themen Widerstand und Verfolgung während der NS-Zeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen!“ Der spiritus rector, Mentor und langjährige Freund Helmut Konrad bezeichnete Heimo in seiner brillanten und mit feinstem Humor gewürzten Laudatio als „Solitär“ der Zeitgeschichtsforschung, der sich zum Wissenschaftsbetrieb in kritischer Distanz verortet, allen „Jahrmärkten der Eitelkeiten und des vermeintlich Wichtigen“ jedoch im gelebten „Resistance-Geist“ mit bewundernswerter Konsequenz fernhielt, um genau das zu tun, was er mit allergrößter Begeisterung und Herzensenergie macht: unsere Zeitgeschichte zu erforschen und die Forschungsergebnisse unter die Menschen zu bringen. Lieber Heimo, wir gratulieren dir zu den beiden Auszeichnungen auf das Herzlichste und freuen uns auf noch viele weitere Projekte mit dir und dem Verein CLIO!

Dein Freund Christian Ehetreiber

 

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