Den Klimawandel stoppen: Warum es ohne Politik nicht geht!

Unsere grüne Erde steht an der Kippe: Zu viel CO2 und Berge an Müll. Wir Menschen – vor allem in den reichen Staaten – verbrauchen zu viele Ressourcen. Die Folgen sind heute schon sicht- und spürbar: Heiße Sommer, warme Winter, schmelzende Polarkappen, abgeholzte Regenwälder, schlechte Luft, Dürren, Überflutungen, unbewohnbare Lebensräume und riesige Berge an Müll. Und das ist erst der Anfang!

Die vermeintlich gute Nachricht: Wir Konsumentinnen und Konsumenten haben es selbst in der Hand. Weniger Autofahren, selten fliegen, nicht so viel Fleisch essen, kein Plastiksackerl beim Einkaufen nehmen und nicht so lange heiß duschen:  Wir alle können sehr viel beitragen um den Klimawandel noch zu stoppen. Gut – ist diese Schlussfolgerung – aber nur für die Politik: „Ihr müsst doch nicht alle billig durch die Welt jetten und niemand zwingt euch jeden Tag Fleisch zu essen – ihr Bürgerinnen und Bürger habt es selbst in der Hand.“ Von der Politik werden unangenehme Maßnahmen willkommen in die Eigenverantwortung der Bürger übertragen; Wahrheiten werden nicht ausgesprochen, um ja nicht Wählerinnen und Wähler zu verschrecken.

Fakt ist: So funktioniert keine Gesellschaft und kein Staat. Weder in der Verwaltung, beim Gemeinwohl, noch beim friedlichen Zusammenleben und schon gar nicht beim Klimaschutz. Ein Staat vertraut zu recht nicht auf den Tatendrang und die Freiwilligkeit der Bürgerinnen und Bürger: Steuern MÜSSEN bezahlt werden und Gesetzte MÜSSEN eingehalten werden. Nur beim Klimaschutz sollen wir es jetzt selbst in die Hand nehmen. Würde dies funktionieren, würden wir heute schon weniger mit dem Auto fahren und weniger oft reisen – aber das Gegenteil ist der Fall. Die Zulassungen an PKW erreichen jedes Jahr einen neuen Höchststand und geflogen wird so viel wie nie zuvor.

Die wirklich gute Nachricht: Aufgabe der Politik ist es, unser Zusammenleben zu ordnen und es gibt viele Möglichkeiten, um unser Zusammenleben in gute Bahnen zu lenken – auch in der Klimapolitik.  Ein einfaches Instrument in der Volkswirtschaft ist der Preis. Die einfache Rechnung lautet: Was mehr kostet, wird weniger oft gekauft. Für einen erfolgreichen Klimaschutz bräuchte es nicht einmal neue Steuern, sondern einfach eine Kostenwahrheit hinter unserem Konsumverhalten. Erdöl wird zwar billig aus dem Boden geholt und Produkte in Niedriglohnländer hergestellt, die Folgekosten – CO2 und Müll – werden aber zuerst auf den Planten abgewälzt und letztlich durch den Klimawandel auf zukünftige Generationen abgeschoben.

Ja, Fliegen muss teurer werden – Steuervorteile für Kerosin und Fluglinien gehören abgeschafft. Ja, Fleisch kann nicht unter 10 € das Kilogramm kosten – nimmt man Klimaschutz und Tierwohl ernst;  Subventionen für Billigtierhaltung und Fleischexporte sind nicht mehr zeitgemäß. Und ja, wer viele Produkte kauft, soll auch für dessen Herstellung und Entsorgung den wahren Preis bezahlen: Abgase und Müll zu produzieren darf nicht Großteils gratis sein.

Für die Politik gibt es viele Steuerungsinstrumente, um echte Klimapolitik zu betreiben. Die Rettung unseres Planeten in die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger zu übertragen funktioniert nicht.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind dann wirklich gefordert, wenn es darum geht, die Kostenwahrheit unseres Lebensstils zu akzeptieren.

Micha Beiglböck



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