Konflikte sind da um gelöst zu werden!

 

Familienurlaub. Ein heißer Sommertag. Den ganzen Tag lang hat man eine fremde Stadt besichtigt, hat Zeit mit seinen Liebsten verbracht und viele neue, tolle Eindrücke gesammelt. Diese Eindrücke machen jedoch hungrig, somit stellt sich die Frage: Wohin gehen wir essen? Der Sohn will Burger, die Tochter Pizza und der Partner hat Lust auf die traditionelle Küche. Ich weiß, dass die Tochter beleidigt ist, wenn man den Wunsch des Sohnes entspricht und umgekehrt. Der Partner/ die Partnerin opfert sich immer für die Familie auf, hätte gerne, dass ich seinem/ ihrem Wunsch entspreche, nur leider mögen das die Kinder überhaupt nicht. Ein Konflikt entsteht, in mir und zwischen den Mitgliedern der Familie.

Konflikte gehören zum Leben dazu. Sie begleiten uns im Privatleben, in Schule und Beruf. Einige lassen sich leicht lösen, andere eskalieren und führen zu argen Streitigkeiten. Jede/r von uns hat seine eigene Methode um mit Konflikten umzugehen. Nicht jede/r kann das aber auch gut. Nicht alle Probleme sind aber auch richtige Konflikte!

Konflikte und Konfliktmuster erkennen und kennen!

„Um richtig mit Konflikten umgehen zu können, muss man Konflikte zuerst erkennen“, sagt Mag. Sarah Geber von Blickpunktgeber. Als Mediatorin und Trainerin hat sie in ihrem Beruf sehr viel mit Konflikten zu tun. Mit Übungen kann man ein Bewusstsein dafür schaffen, Konflikte auch tatsächlich zu erkennen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, um diese Konflikte auch in einer Art zu lösen, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

„Um Konflikte positiv lösen zu können, ist es wichtig, seine eigenen Konfliktmuster zu kennen“, erklärt Mag. Geber. Jeder Mensch hat eine eigene Art mit Konflikten umzugehen. Die Art wie wir mit Konflikten umgehen, hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab. Es gibt Menschen, die sehr konfliktscheu sind. Sie meiden Konflikte wo sie nur können, auch wenn das teilweise bedeutet, dass sie auf ihren eigenen Vorteil verzichten müssen. Das andere Extrem sind Menschen, die außerordentlich Konfliktdurstig sind. Sie nehmen sehr viele Mühen auf sich, um den Konflikt auszufechten und, wenn möglich, zu ihren Gunsten zu entscheiden. So kann es schon vorkommen, dass Menschen im Supermarkt wegen eines kleinen Geldbetrages im Cent-Bereich bis zur Marktleitung vorpreschen um ihren Standpunkt darzulegen.

Wie bereits gesagt, handelt es sich hier um Extrembeispiele, die meisten Menschen befinden sich irgendwo in der Mitte. Dadurch ergeben sich aber auch unterschiedlichste Möglichkeiten, auf Konflikte zu reagieren. In einer Konfliktsituation trifft man dann auf eine dieser vielen Möglichkeiten und muss richtig darauf reagieren, wenn der Konflikt nicht eskalieren sollte.

Der richtige Umgang mit Konflikten ist erlernbar!

Das richtige Verhalten im Konflikt kann man üben. Auch im Workshopkatalog der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus finden sich Angebote zur konfliktfreien Kommunikation. Wie man eine möglichst konfliktfreie Kommunikation erreicht, ist natürlich immer situationsabhängig. Ein paar allgemeine Tipps, können wir jedoch auf diesem Weg mitgeben.

 

3 Tipps zur schnellen Anwendung

 

  • Sich über die eigenen Konfliktmuster im Klaren sein. Wie reagiere ich in Konfliktsituationen, bleibe ich ruhig, werde ich laut oder versuche ich mich möglichst schnell aus dem Konflikt zurück zu ziehen? Gehe ich Kompromisse ein oder diskutiere ich bis eine Lösung entsteht, die für alle passt?

 

  • Versuche, den Konflikt aus der Vogelperspektive zu sehen! In der Konfliktsituation sollte ich mir die Zeit nehmen, die Streitparteien (also auch mich selbst!) aus der Vogelperspektive zu sehen. Das schafft Distanz, was wiederum die Nerven beruhigt und zu einer objektiveren Sichtweise beiträgt. Dabei sollte ich versuchen, mein Gegenüber und seine Beweggründe zu verstehen, genauso wie ich für mich versuchen sollte herauszufinden, warum ich eigentlich diesen bestimmten Standpunkt vertrete.

 

  • Reden hilft! Nachdem ich eine Distanz zum Konflikt aufgebaut habe, sollte ich sachlich und offen über den Konflikt reden. Dazu formuliere ich zuerst was ich beobachte. Anschließend beschreibe ich, wie ich mich fühle bzw. welches Gefühl ich aktuell habe. Abschließend bringe ich eine Bitte vor bzw. kommuniziere ich meine Bedürfnisse bzw. Interessen in dieser Situation.

 

Natürlich erfordert diese Vorgehensweise viel Übung. Sie haben akute Konflikte in ihrem Umfeld? Oder wollen Sie präventiv an einer konfliktfreien Kommunikation arbeiten? Kontaktieren Sie uns einfach! Gerne helfen wir Ihnen weiter und können Sie auch bei der Zusammenstellung eines Workshops, der auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, unterstützen. Ein Workshop zu diesem Thema ist mit Sicherheit keine verschwendete Zeit und hilft bestimmt auch, das Essensdilemma im nächsten Familienurlaub zu lösen!

 

Christoph Hochmüller

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.