Erfolgreiche Premiere der Wanderausstellung “Im Zeitalter der Extreme”

Mit einem einprägsamen Appell, die Demokratie als nicht selbstverständlich anzusehen und wachsam zu sein, eröffnete Landesrätin Ursula Lackner am 25. Juni die Wanderausstellung „Im Zeitalter der Extreme“. Für die MitarbeiterInnen der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus war dieser 25. Juni ein besonderer Tag. Nach monatelanger Arbeit konnte im Museum für Geschichte erstmals ein Preview der Wanderausstellung präsentiert werden. Mehr als hundert BesucherInnen, darunter SchülerInnnen aller fünf Projektgruppen, nahmen an der feierlichen Eröffnung teil. Langsam aber sicher wich im Zuge der Eröffnungszeremonie die Anspannung großer Erleichterung und Freude. Am Ende des Tages war klar, dass die Ausstellung einen guten Start hingelegt hatte.

Schon die Eröffnungsfeier war in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich. Diese Besonderheit ist dabei vor allem auf den Einsatz von in diesem Zusammenhang ungewöhnlichen Stilmitteln zurückzuführen. Drei kabarettistische Videos brachten die BesucherInnen zum Lachen, hatten jedoch auch einen ernsten demokratiepolitischen Hintergrund. So wurden die politischen Gestaltungsmöglichkeiten, die jeder Mensch hat, ebenso wie die Geschichte Österreichs und das Verhältnis der ÖsterreicherInnen zur Toleranz dem Publikum auf humoristische Art und Weise nähergebracht. Eine musikalische Kostprobe aus der Jukebox of Human Rights and Democracy rundete das Eröffnungsprogramm ab. Das Lied hatte die Geschichte eines von den Nationalsozialisten ermordeten Widerstandskämpfers zum Inhalt.

Neben den besonderen Aspekten der Eröffnung kam das konventionelle Programm nicht zu kurz. Das Konzept des Ausstellungsdesigns wurde von Erika Thümmel, Sandra Biondi und Cara Mielzarek in anschaulicher Form erklärt. Nach Reden von ARGE-Geschäftsführer Christian Ehetreiber und Bettina Habsburg-Lothringen, der Leiterin des Museums für Geschichte, führte Martin Amschl die BesucherInnen erstmals durch die Ausstellung. Dabei wurde das große Interesse an den Stellwänden, Exponaten und Videostationen deutlich. Alle Anwesenden, darunter befanden sich auch zahlreiche VertreterInnen aus Politik und Medien, zeigten sich begeistert. Alle interaktiven Ausstellungselemente wurden sofort gut angenommen. Als erste Besucherin ergänzte Landesrätin Lackner den Baum der Etikettierungen, der die verschiedenen Epochenbezeichnungen für den Ausstellungszeitraum beinhaltete, um ein Blatt. Sie erwies uns auch die Ehre sich als Erste in das Gästebuch der Wanderausstellung einzutragen. Nach ca. einer halben Stunde war die Premierenführung und damit auch die Eröffnung der Wanderausstellung zu Ende. Zurück blieben zufriedene Gäste und ein glückliches Gestaltungsteam.

Nach der Eröffnung war die Ausstellung für zwei Wochen im Museum für Geschichte zu sehen. Sie wurde dabei von mehr als 700 Personen besucht. Besonders erfreulich war die Beteiligung an den interaktiven Elementen. Neben zahlreichen Eintragungen im Gästebuch zieren nun auch jede Menge neue Blätter den Baum der Etikettierungen. In inhaltlicher Hinsicht reichen die neuen Epochenbezeichnungen von Feminismus über Wachstumsideologie bis hin zu 60-Stunden-Woche mit traurigem Smiley. Besonders erfreulich war die rege Teilnahme am Abschlussmodul. In Anlehnung an den Circle of Influence sollten die AusstellungsbesucherInnen darüber nachdenken, ob und wie sie sich in Zukunft stärker für die Demokratie einsetzen wollen. Dabei konnten sie aus sieben Möglichkeiten wählen. Ihre Wahl trafen sie durch einwerfen eines Bällchens in eine der sieben Röhren. Das Ergebnis der Abstimmung war erfreulich. Den ersten Platz belegte die Auswahlmöglichkeit „Öfter zur Wahl gehen“. 26,2 Prozent entschieden sich dafür. Am zweithäufigsten nahmen sich die TeilnehmerInnen vor, mehr Zivilcourage zu zeigen. Lediglich eine verschwindend geringe Minderheit gab an sich auch weiter nicht für demokratiepolitische Belange einsetzen zu wollen. Alles in allem zeigte das Wahlergebnis, dass die Demokratie im Wertekompass unserer BesucherInnen eine wichtige Rolle einnimmt und überaus lebendig ist. Dies macht Hoffnung für die Zukunft.

Letztendlich ist die Eröffnung der Wanderausstellung „Im Zeitalter der Extreme“ ebenso wie die zwei Wochen, die sie im regulären Ausstellungsbetrieb zu sehen war, erfolgreich über die Bühne gegangen. Abgesehen vom positiven Echo, das wir von BesucherInnen und ProjektpartnerInnen erhalten haben, berichteten auch die Medien in erfreulicher Weise über unser Projekt. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei allen, die dazu beigetragen haben, dass wir so weit gekommen sind. Wer die Ausstellung nicht sehen konnte, hat die Gelegenheit dies im Zuge unserer Steiermarktournee nachzuholen. Diese startet noch im Oktober und führt uns durch alle sieben steirischen Bildungsregionen. Ab Oktober ist die Ausstellung in St. Jakob im Walde zu sehen. Wir freuen uns auf zahlreiche neue BesucherInnen.

 

Martin Amschl



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