Nein zu einem Weltfrauentag – Ja zu 365 Tagen Gleichstellung!

Mit dem heutigen 8. März feiern wir den Weltfrauentag. Einen Tag der von Frauen zur Zeit des Ersten Weltkrieges als Kampftag für Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen initiiert und später von der UNO als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ausgerufen wurde. Im Laufe der Jahrzehnte und bis heute hat die internationale Frauenbewegung in weiten (zumindest westlichen) Teilen der Welt auf zahlreichen Ebenen viel erreicht – von der Chancengleichheit bei Ausbildung und Arbeit, über die Wandlung des Mutter- und Familienbildes bis hin zu politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Gesellschaft. Diese Errungenschaften zu feiern und auf die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen, Missstände und Misshandlungen von Frauen auf der ganzen Welt hinzuweisen, ist und bleibt der 8.März als Aktionstag nach wie vor notwendig.

Daten und Fakten zur weltweiten Situation von Frauen

Der Global Gender Report 2017 sowie die Menschenrechtsorganisation UNICEF liefern zur weltweiten Situation von Frauen nach wie vor alarmierende Daten. So sind 65 Prozent aller Analphabet/innen der Welt Frauen, erleiden täglich 8000 Mädchen das grauenvolle Ritual der Genitalverstümmelung und finden in Ländern mit sogenannter Ein-Kind-Politik – wie etwa China – und wirtschaftlicher Geringwertung des weiblichen Geschlechts – wie Indien – derart viele Abtreibungen von Mädchen statt, dass die Bevölkerung fast 20 % mehr Männer als Frauen verzeichnet. Von Ehrenmord an Frauen, Zwangsverheiratung und Frauenhandel ist hier noch garkeine Rede, obwohl auch dies weltweit und tag-täglich passiert.

Diplomingenieurin versus Tagesvater

Werfen wir einen Blick zu uns nach Österreich, so kann man vor dem Hintergrund eines internationalen Vergleichs freilich konstatieren, dass es Frauen in unserem Land grundsätzlich sehr gut geht. Dennoch kann von Gleichstellung weder auf rechtlicher noch auf sozialer Ebene keine Rede sein. So verdienten laut Statistik Austria unselbständig erwerbstätige Österreicherinnen im Jahr 2016 um 37,9% weniger als Österreicher, gehen hierzulande nur 17 % aller Väter in Karenz und klingen Begriffe wie „Diplomingenieurin“ oder „Tagesvater“ ebenso ungewöhnlich wie der Status einer Frau als Managerin, Mutter und Singlefrau unmöglich scheint. Um auf genau diese und viele weitere verbesserungswürdigen Lebensumstände von Frauen in Österreich und auf der ganzen Welt hinzuweisen, braucht es selbstverständlich Zeichen, Aktionen und einen breiten politischen Diskurs. Dennoch sagen wir als ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, die wir uns täglich für Menschenrechte, Gewaltprävention und Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren: NEIN zu einem Weltfrauentag, mit Betonung auf das Wörtchen „einem“. Wir wollen vielmehr, dass Frauen und Männern das ganze Jahr über dieselben Chancen haben und rufen somit JA zu 365 Tagen Gleichstellung!

Martina Weixler

(Foto: pixabay)



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