Aufwachsen im Zeitalter der Digitalisierung

Die Digitalisierung wird große Auswirkungen auf die Arbeitswelt der Zukunft haben. Den Alltag von Kindern und Jugendlichen hat sie bereits verändert. Dieser Schluss lässt sich nach einem Blick auf die wichtigsten Daten im Bereich der Nutzung von Smartphones und Social Media bei Minderjährigen ziehen. Praktisch alle Jugendlichen sind mit Smartphones ausgestattet.

Telefonieren liegt nicht mehr im Trend

Die ursprüngliche Hauptfunktion des Handys, das Telefonieren, verliert dabei zunehmend an Bedeutung. Vor allem bei den 12-13 jährigen nimmt die Kommunikation per WhatsApp bereits einen höheren Stellenwert ein. Das beträchtliche Potenzial der jungen Internetnutzer wurde in jüngster Vergangenheit auch vom Internetgiganten Facebook entdeckt. Mit neuen Angeboten wie dem Kinder Account für den Messenger versucht der Konzern neue Zielgruppen zu erschließen.

Facebook Messenger für Kinder 

 

Abgesehen von der grundsätzlichen moralischen Frage, ob es vertretbar ist Jugendliche und Kinder zu kommerziellen Zwecken gezielt in die Welt der Smartphones und Social Media zu locken, sollten uns auch gesundheitliche Aspekte nachdenklich stimmen. Vor allem im frühen Kindheitsalter wurde ein Zusammenhang zwischen unbegleiteter Smartphonenutzung und Hyperaktivität festgestellt. Da in Deutschland bereits 70 Prozent der 1-6 jährigen das Smartphone ihrer Eltern mehr als 30 Minuten am Tag nutzen ist diese Entwicklung als Breitenphänomen anzusehen. Einen Zusammenhang zwischen der Beschäftigung mit digitalen Medien und Hyperaktivität ist jedoch auch bei den 8-13 jährigen zu erkennen. Obwohl die Kausalität dabei noch nicht abschließend erforscht ist, weist die statistische Korrelation darauf hin.

Grunddaten Kinder und Medien 2018

5 Steirische Jugendstudie 2017

Fortschreitende Digitalisierung – kein Grund zur Panik

Im Angesicht aller besorgniserregenden Zahlen ist es wichtig nicht in Panik zu verfallen. Die Verbreitung neuer Kommunikationsmittel war schon seit jeher mit Ängsten verbunden. Man denke nur an das Aufkommen des angeblich „verblödend“ wirkenden Fernsehers. Letztendlich kommt es darauf an die neuen Technologien für uns zu nutzen ohne uns völlig abhängig von ihnen zu machen. Da es wenig Sinn macht gegen die Digitalisierung anzukämpfen oder sich von ihr abzuschotten, geht es vor allem um einen bewussten Umgang mit den neuen Medien. Ein solcher ist vor allem für Kinder und Jugendliche von größter Bedeutung. Das Lernen der richtigen Nutzungsformen und das Finden der passenden Balance zwischen Social Media und „realem“ Leben sind eine große Herausforderung. Die Workshops der ARGE Jugend können dabei helfen diese zu meistern.

 

Lena Höhsl



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