Schulworkshops zu ehemaligen KZ-Außenlagern in der Steiermark

Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen steht bei vielen Schulen bereits seit Jahren am Programm. Weniger bekannt ist, dass in der Steiermark während der NS-Zeit ebenfalls KZ-Außenlager von Mauthausen existierten. Um das Gedenken auch an diese Opfer wach zu halten, veranstaltet die ARGE Jugend zu den ehemaligen Lagern in Peggau-Hinterberg und Aflenz bei Wagna Schulworkshops, durchgeführt von Mag. Joachim Hainzl (Verein XENOS und jahrelang steirischer MKÖ-Vertreter). Ermöglicht wird dieses erfolgreiche Angebot kostenloser Workshops vierten Klassen der NMS Deutschfeistritz und den beiden NMS und dem PTS Leibnitz dank der finanzielle Unterstützung durch die Gemeinden Peggau, Leibnitz und Wagna. In Deutschfeistritz gibt es bereits seit mehreren Jahren kein/e SchülerIn mehr, welche/r die Schule verlässt, ohne etwas über die Ziele und Ideologie des Nationalsozialismus und deren Arbeits- und Vernichtungslager als Teil der lokalen Geschichte erfahren zu haben.

Zwar waren nicht wenige der Jugendlichen schon einmal bei der Gedenkstätte und in den ehemaligen Zwangsarbeiter-Stollen in Peggau oder auch beim Wächterhaus und im Römersteinbruch in Aflenz/Wagna, dennoch ist es für viele eine neue Erkenntnis, welche Verbrechen sich damals 1944-1945 in der näheren Umgebung abgespielt haben.

Neben der konkreten Geschichte der KZ-Außenlager und der Gedenkarbeit dazu, zielen die Workshops darauf ab, dass die SchülerInnen die menschenverachtende Politik des NS-Staates nachvollziehen können. Mit der Methode einer Zeitreise versetzt sich die Schulklasse ins Jahr 1938, wo ihr die völkische NS-Ideologie im Rahme einer Schulstunde anschaulich näher gebracht wird. Unterstützt wird diese Zeitreise durch Originaldokumente aus der NS-Zeit (Ahnenpass, Lehrbücher zur NS-Rassenideologie, Schulbücher aus der NS-Zeit). So kann eine zu historisierende, kognitiv-distanzierte Darstellung des Themas verhindert werden. Denn wir müssen uns klar sein, das diese Generation, die bereits im 21. Jahrhundert geboren wurde, großteils Österreich nur als einen Ort ohne Krieg und Diktatur kennen gelernt haben und kaum mehr über Groß- bzw. Urgroßeltern verfügen, welche über die NS-Zeit erzählen könnten/möchten. Dazu kommen veränderte mediale Gewohnheiten, welche sich auf die Konstruktion von Wirklichkeit (im Sinne virtueller Realität) auswirken.

Bei vielen SchülerInnen stößt das Thema auf Interesse. Eine immer wiederkehrende Antwort auf die Frage warum es wichtig ist, das Thema zu behandeln,  ist daher auch: „Damit so etwas nicht wieder passieren kann!“

Autor: Mag. Joachim Hainzl (Verein XENOS)

Vielen Dank sagt die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus!



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